Sankt Petersburg -
Russlands Fenster zum Westen

Bezauberndes "Venedig des Nordens", reich an unsagbar vielen Kunstschätzen, mit unglaublich eingängigem Flair einer wirklichen Kunstmetropole.

Sankt Petersburg ist nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands.
Während dessen Moskau das politische und wirtschaftliche Zentrum Russlands darstellt, ist Sankt Petersburg berühmt für seine unsagbar vielen Kunstschätze und ist somit Kulturmetropole des größten Landes der Welt.

Die Stadt umwirbt ein sagenhafter Mythos. Viele Literaten um Puschkin konnte sich nicht vorstellen, dass die Stadt tatsächlich auf Sumpfgebiet gebaut worden sei. Also verliehen sie ihrem Glauben Sankt Petersburg sei in der Luft gebaut in den verschiedensten Werken Ausdruck.

Die Bedingungen zum Bau einer Stadt an der Mündung der Newa am Ostende des Finnischen Meerbusens waren sagbar ungünstig. Schon wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche befindet sich Grundwasser. Trotz alle dem entschied Peter der Erste seine Stadt an diesem Ort zu erbauen. Viel wichtiger als geologische Faktoren schien ihm die Schlüsselstellung zwischen der Ostsee und dem Ladogasee. Russland hatte Zugang zum Meer und durch die Flüsse konnten Güter ins Landesinnere transportiert werden. Außerdem begünstigte die Nähe zu Europa den Bau Sankt Petersburgs, denn Peter der Erste träumte von einem Fenster zum Westen.

Entgegen vieler Gerüchte die Stadt sei nach ihrem Gründer Peter dem Großen benannt, erhielt Sankt Petersburg ihren Namen zu Ehren eines Schutzheiligen, dem Apostel Simon Petrus. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde der Stadtname russifiziert, die Einwohner nannten ihre Stadt Petrograd.
Die Kommunisten nutzten eine weitere Änderung des Namens, um dem neuen politischen System noch mehr Ausdruck zu verleihen. So wurde aus Petrograd nach Lenins Tod 1924 Leningrad. Dieser Name überdauerte die gesamte Sowjetzeit und erst nach dem Zerfall der Sowjetunion entschieden die Bürger der Stadt, Leningrad solle seinen alten Namen Sankt Petersburg zurückerhalten.

Sankt Petersburg verfügt über 40 Theater. Das Berühmteste ist das Marinskij Theater, die Heimat des Kirow Ballets.
Später trugen beispielsweise Anna Pawlowa und Sergej Djagilew zur Entwicklung des russischen Ballets maßgeblich bei.
Die berühmten Komponisten Igor Strawinski und Pjotr Tschaikoski lebten und wirkten in der Kulturmetrolpole.

Die Zarin Elisabeth die Zweite veranlasste den Bau des Alexandra Theaters.
Während der 900-tägigen Belagerung der Stadt durch die deutsche Wehrmacht komponierte Schostakowitsch die Leningrader Symphonie.
Neben musikalischen Künstlern lebten unzählige Literaten in der Stadt. Zunächst schrieben sie die vom Zar gewünschte Auftragslyrik. Später jedoch, wurde die Zarenkritik immer lauter. Puschkins "Der ehrende Reiter" war im Jahre 1833 der Beginn dieser kritischen Bewegung, die unter anderen die Allgegenwart des zu mächtigen Staatsapperates anpragerte.
Sankt Petersburg ist reich an Bibliotheken, die Zweitgrößte des Landes, die Russische Nationalbibliothek beherbergt über 30 Millionen Werke.

Die Stadt verfügt zudem über 250 Museen, das Bekannteste ist ohne Zweifel die Eremitage.
Über 2,7 Millionen Ausstellungsstücke befinden sich hinter den Mauern dieses gigantischen Kunstmuseums. 350 Ausstellungsräume zeigen Werke aus der prähistorischen Kunst, der Kunst und Kultur der Antike, die der Völker aus dem Osten, sowie westeuropäische und russische Kunst und Juwelenschätze.
Zunächst sammelte der Zar alle die Kunstwerke nur für seinen persönlichen Rahmen, später, seit 1852 ist das Museum öffentlich zugängig. Die Belagerung der Deutschen überstand die Eremitage weitesgehend unbeschadet. Die Werke wurde in den Keller oder aus der Stadt in Sicherheit gebracht.

Die Architektur Sankt Petersburgs wurde über eine lange Periode der Zarenherrschaft geprägt. Diese wollten in der Stadt, in der sie regierten, das zur Schau stellen, was sie an unsagbaren Reichtümern angesammelt hatten.
Heute kann man in der größten Millionenstadt des Nordens 4000 geschützte Kultur-Geschichts- und Baudenkmäler bestaunen. Außerdem verfügt sie über 2400 Denkmäler der Kulturgeschichte. Allerdings gestaltet sich die Restaurierung als sehr schwierig, da 80 Prozent der Bauwerke in Staatshand liegen und dieser wenig Geld für die Erhaltung der zu Sowjetzeiten sehr verfallenen Bauten ausgeben kann.
Außerdem beschädigt das wachsende Verkehrsaufkommen die Gebäude zunehmend. Die Architektur wurde zu großen Teilen von westeuropäischen Stilrichtungen beeinflusst. Sowohl der Frühbarock, als auch der Klassizismus, der historische Jugendstil und die frühe Moderne sind in den Bauwerken Sankt Petersburgs wiederzufinden.

Im Gegensatz zu Moskau findet man in Sankt Petersburg nur wenige Bauten aus der Sowjetzeit, dem sogenannten Stalinistischen Monumentalstil.
Ein Rundgang durch die zauberhafte Stadt kann beispielsweise von der Admiralität und der Eremitage zum Alexander Newski Kloster über den Newski Prospekt, die längste Straße der Stadt führen. Am Ufer des Kanals Moika befindet sich die berühmte Christi-Auferstehungskirche und das Haus, welches Puschkin bewohnte.
Am Gribojedow Kanal steht der monumentale Sommerpalast und sein Garten. Nicht weit entfernt sind das Russische Museum, die Isaakkathedrale, die Peter-Pauls-Festung und der Kreuzer Aurora zu bewundern.
Im Südwesten Sankt Petersburgs befindet sich der Peterhof und der Katharinenpalast mit seinem Bernsteinzimmer.